Die erste geschichtliche Erwhnung

Neumagen-Dhrons erste geschichtliche Erwhnung bei Ausonius


“Und endlich erblickte ich im vorderen Grenzlande der Belger, NOVIOMAGUM (Neumagen), das berühmte Lagerkastell des göttlichen Constantinus. Reiner ist hier den Gefilden, die Luft und Phoebus (Sonnengott) mit heiteren, Licht verkläret den purpurnen Olymp.
 

Du brauchst hier nicht durch dichtverschlungene Zweige, hinter der grünlichen Hülle versteckt, den Himmel zu suchen, sondern die Strahlen des Tag‘s, die hellen vergönnen‘s dem Wanderer wohl, zu sehen die spiegelnde Flut und den goldenen Horizont. Ganz an das heimische Land und die Art des glänzenden Burdigala erinnernd, mahnet mich jedes Ding, das das blickende Auge ergötzt.
 

Ragende Villen hier, auf hängenden Ufer gegründet. und grünende Hügel dem Bacchus gewidmet und der Mosel lieblich strömende Flut, die mit leisem Gemurmel einherfliesst. Sei mir gegrüßt, o Fluss! Deiner Äcker und Pflanzen wegen gelobt, dem die Belgier die Stadt des Thrones gewürdigt (Augusta Trevirorum) verdanken wir mit Wohlgeruch verbreitenden Reben bepflanzt, ihr Hügel ihr Ufer bedeckt mit grünenden Wiesen, euch grüße ich! Schiffbar. so wie das Meer, doch abwärts­strömend und wogend wie ein, Strom und gleichet dem Spiegel des tiefgründigen Sees, gleichet dem Bache er auch, der zögernden Laufes einherfliesst. Und so rein ist zum Trunk nicht der Waldquell als deine Gewässer!...“

 

„Lasst uns zum Weinberg gehen. das ist ein erquickendes Schauspiel! Bildete doch Natur das Gebirg wie im Theater. Hoch ist der Kamm, steigt sanft hinan mit Krümmung und Einschnitt, Felsen und sonnige Höhen, und alles bepflanzt mit Reben.“


„Heil dir, oh Moselland! An Früchten so reich und an Männern, ruhmvoll blühen Geschlechter daselbst. kriegstüchtige Jugend, und es gedeiht, wie in Rom, auch hier die Gabe der Rede. Aber das Beste wohl ist, dass Natur den Söhnen der Mosel huldvoll Tugend verlieh und dazu fröhlichen Geist gab!“


Dies ist ein Auszug aus der Idylle "Mosella“ des römischen Dichters und Konsuls Decimus Magnus Ausonius.


Er preist in ihr das Land der Treverer und die besondere Schönheit des Moseltals bei Neumagen-Dhron, dem alten Noviomagum der Römer. In diesem ältesten Mosellied schildert er nicht nur die landschaftlichen Reize unserer enge­ren Heimat, sondern auch anschaulich die Art der Bebauung, die Arbeit der Menschen, den Fischfang und die Schifffahrt auf der Mosel. Nicht zuletzt werden unsere Vorfahren poetisch dargestellt. Die Dichtung ist so lebendig, dass wir uns die Menschen und ihre Umgebung vorstellen können. Die Verse versetzen uns in das Jahr 368 n. Chr., als Ausonius, der im Gefolge des Kaisers Valentinian 1. als Tribun den Feldzug gegen die Alemannen mitmachte, von Mainz über Bingen nach Trier reiste und von der Niederemmeler Höhe aus erstmals das Moseltal mit der konstantinischen Burg erblickte. Der am kaiserlichen Hofe hoch angesehene Rheto­riker und Erzieher des Kaisersohnrs Gratian stammt aus dem heutigen Bordeaux und war ein weitgereister und erfahrener Mann. Der Vergleich unserer Mosellandschaft und des damaligen Kastells Noviomagum mit seiner südländischen Heimat und Heimatstadt lässt die tiefe Bewunderung erkennen, die ihn zu seinem Lobgesang in diesem literarischen Werk veranlasste.



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