Von der Rmerzeit zum Mittelalter

Die Nicetiusburg


In dem Bereich unserer Gemeinde wird auch der Standort der mächtigen Nicetiusburg vermutet. Venantius Fortunatus, ein Freund des Trierer Bischofs Nicetius, hat etwa um das Jahr 566 in einem Gedicht das gewaltige und herrliche Bauwerk beschrieben. Er spricht von einer bischöflichen Pfalz, die dreistöckig war, deren Halle von Marmorsäulen getragen wurde und die von 2 Flüssen umflutet war. Der genaue Standort ist bei Historikern umstritten. Teils wird er auf dem Ternpelkopf jenseits der Mosel, teils auf dem Niederemmeler Berg vermutet. Die Überlieferung spricht jedoch für den Folzerberg, der den Ortsteil Dhron überragt. Die Straße, die unterhalb des Berges parallel mit der Dhron verläuft, wird heute noch "In Folz" genannt. Auch die Straße, die von Neumagen aus nach Dhron zum Folzerberg führt, hat den Namen "Folzerweg" (Folz, Pfalz, Burg, Kastell)

Diese Auffassung wird bestätigt durch die Freilegung eines Stollens, der infolge eines Zufalls kurz nach Beginn des 2. Weltkrieges entdeckt wurde und bisher in der heimatlichen Literatur noch nicht erwähnt ist. In einer Aktennotiz des früheren Bürgermeisters Knörr wurde folgendes erwähnt:    

Am 4.10.1939 ist auf einem Acker oberhalb des Gebäudes (Mailust) - heute Brückenstraße 54 - eine Kuh beim Pflügen eingebrochen. Das Loch war ca. 30 cm breit und 120 cm tief und wurde durch einen Gang verursacht. Die Fundstelle wurde am folgenden Tage von dem Leiter des Landesmuseums, Prof. Dr. v. Massow besichtigt und am 6.10.1939 durch einen Techniker des Museums freigelegt. Es kam ein ca. 2 m hoher und ca. 40 cm breiter, 1,70 m unter der Erdoberfläche liegender Stollen zum Vorschein, der in nordöstlicher Richtung verlief. Die Öffnung wurde zugefüllt. Der Zweck des Stollens wurde nicht erkannt. Es ist wohl allein dem Krieg zuzuschreiben, daß damals keine weiteren Grabungen erfolgten. Der damals freigelegte Stollen, der ca. 50 m südöstlich oberhalb des vorbezeichneten Hauses lag, führte in Richtung Folzerberg, auf dem die Nicetiusburg gestanden haben soll. Es könnte sich um einen Versorgungs- bzw. Fluchtstollen gehandelt haben.

Als weiteres Indiz ist die Tatsache zu werten, daß in einem vor dem 1. Weltkrieg herausgegebenen Meßtischblatt das Gelände um die Fundstelle "Auf der Burg" amtlich bezeichnet wird.



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