Die Stella: Vom Denkmal zum Nachbau

Das römische Weinschiff


Über die Machbarkeit, das weltweit bekannte Grabmal eines römischen Weinhändlers (220 AD),welches 1878 in Neumagen bei Ausgrabungsarbeiten gefunden wurde, als schwimmfähiges Schiff nachzubauen, wurde seit etlichen Jahren mehr oder weniger laut nachgedacht. Jedoch sollte es aus Mangel an Finanzmitteln erst einmal Wunsch bleiben. Mit Ausblick auf die „Kulturhauptstadt Luxemburg und Großregion 2007“, in welche auch die Konstantinausstellung und das Projekt die „Straße der Römer“ eingebettet sind, wurde die Idee wieder aufgegriffen. Die Chancen, das Projekt mit EU-Fördermitteln unterstützen zu können, erschien realistisch.
 

Maßgeblich beteiligt waren die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, die Handwerkskammer Trier, sowie die Ortsgemeinde Neumagen-Dhron. Im Februar 2006 fand bei der Aufsichts- und   Dienstleistungsdirektion in Trier eine Pressekonferenz statt, wo der Nachbau den Medien vorgestellt wurde. Im  Vorfeld dieser Pressekonferenz galt es, die unterschiedlichsten Interessen, Vorschriften und Möglichkeiten zu  erörtern und zu einem gemeinsamen Konsens zu kommen. Im Wesentlichen waren beteiligt: die Ortsgemeinde  Neumagen- Dhron, die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, die HWK Trier, das Wirtschafts- und Verkehrsministerium Mainz, das WSA Trier und der Forschungsbereich für antike Schifffahrt des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Mainz, welches das Grabmal als Modell nachgebaut hatte. Es wurde ein Finanzplan erstellt und der Nachbau konnte beginnen. Gebaut wurde das Schiff von Auszubildenten unter Anleitung eines Meisters und zwei Schiffsbauern in der Handwerkskammer Trier. Nach ca. 15 Monaten Bauzeit war es dann soweit.

Der Stapellauf mit Schiffstaufe „Stella Noviomagi“ fand am 14.September 2007 in Trier statt. Am 29.9.2007 startete dann das Weinschiff zu seiner Jungfernfahrt von Trier nach Neumagen-Dhron in seinen Heimathafen, der unter Mithilfe des THW Bitburg,eigens dafür gebaut wurde. Dort wurde der Ankunft des Schiffes in Form eines römischen Festes (29.+30.9.2007) ein feierlicher Rahmen gegeben. An diesem Fest nahmen der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck, sowie weitere Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur teil. Mit einer Länge von 17,95 Metern, einer Breite von 4,20 Metern, etwa 70 Zentimetern Tiefgang und einem  Leergewicht von ca. 14 Tonnen ist es das größte jemals im deutschen Sprachraum nachgebaute, schwimmfähige Römerschiff. Das Schiff kann mit bis zu 40 Personen besetzt werden, welche auf Wunsch und bei guter körperlicher Verfassung einen Ruderversuch starten können. Ansonsten wird es mit zwei Motoren auf einer ca. zweistündigen Fahrt (auf Wunsch auch länger) durch das schöne Moseltal angetrieben.

 



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