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Fragebogen - Dorfmoderation/Wohnsituation


Robert Mattern verlsst den Sportboothafen in Neumagen-Dhron


Robert Mattern hat den Sportboothafen in Neumagen-Dhron vor über 20 Jahren gebaut und betrieben. Nun verabschiedet er sich in den Ruhestand. Der Volksfreund hat ihn an einem seiner letzten Arbeitstage im Hafen besucht.

Im kuschelig-kleinen Büro des Sportboothafens Neumagen-Dhron herrscht reger Betrieb: Kapitäne checken ihre Boote aus, Wohnmobilisten fragen nach einem Stellplatz. Es ist einer der letzten Tage in diesem Büro für Robert Mattern, der den Yachthafen vor über 21 Jahren gebaut hat und sich nun aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand zurückzieht. „Auch mit 73 Jahren könnte ich noch weitermachen, aber die Gesundheit spielt leider nicht mehr mit. Ich bin aber froh, einen Nachfolger gefunden zu haben, der auch unser Personal übernimmt,“ sagt Mattern. Der Geschäftsmann aus dem Raum Bad Dürkheim in der Vorderpfalz kam 1997 an die Mosel. Damals besaß er ein Autohaus, wollte sich aber verändern. „Bootfahren war mein Hobby und damals suchte die Gemeinde Neumagen-Dhron einen Investor,“ erzählt Mattern, der zwischenzeitlich sein Geschäft verkauft hatte, um sich ganz seinem Projekt Sportboothafen zu widmen. Schließlich musste er bei Null beginnen, den Neumagen-Dhron hatte bis zu diesem Zeitpunkt noch gar keinen Hafen. Allein zwei Millionen DM habe damals das Ausheben des Hafenbeckens für 80 Liegeplätze gekostet, hinzu kam noch ein Wohmobilstellplatz, ein Reparaturservice für Boote und auch eine Tankstelle für Schiffsdiesel und Benzin. „Ohne eigenes Geld wäre ich in den ersten zwei Jahren bankrott gegangen. Das lief schleppend an. Aber mittlerweile brauchen wir keine Reklame mehr. Der Hafen ist das ganze Jahr über ausgebucht, auch die Wohmobilstellplätze sind gut belegt,“ erzählt Mattern. Er habe immer wieder in die Anlage investiert - von der Entsorgungsanlage für Wohnmobile bis zum Bau einer hochwasserfesten „Sanitär-Arche“. Das ist ein Bootsrumpf, in den das Hafenbüro, Duschen, WCs und ein Waschmaschinenraum eingebaut sind. Der Rumpf ist an senkrechten Pfeilern mit beweglichen Hülsen befestigt, so dass er bei Hochwasser aufschwimmen kann. Warum ausgerechnet Neumagen-Dhron so beliebt ist? „Unser Hafen liegt in direkter Ortsnähe. Die Leute können von hier aus zu Fuß zum Restaurant, zur Metzgerei oder zur Apotheke. Sie könnten sogar beichten gehen, denn auch die Kirche ist in der Nähe,“ sagt Mattern augenzwinkernd.

Die Bootstouristen kommen aus ganz Europa, besonders viele stammen aus Belgien, Holland und der Schweiz. „Wir haben wenige Italiener oder Spanier, die Durchgangstouristen bleiben meistens ein, zwei Nächte mit dem Boot, dann fahren sie weiter. Es gibt spezielle Bootsrundfahrten, wie zum Beispiel die sogenannte ,Sauerkraut-Tour’, die über Mosel und den Rhein-Marne-Kanal führt oder über den Saar-Kohle-Kanal Richtung Straßburg,“ erzählt Mattern. Er habe aber auch viele Stammgäste. So zum Beispiel Horst Volz aus Saarbrücken, der gerade ins Büro kommt, um sich für diese Saison von Mattern zu verabschieden. „Ich habe das Boot das ganze Jahr hier. Im Sommer sind wir immer auf dem Fluss, wenn das Wetter passt. Wir machen dann Wochenendtouren. Bei der Mosellorelei bei Piesport kann man sogar sehr gut schwimmen gehen. Das ist der schönste Ort, den es an der Mosel gibt,“ sagt Volz der sich dann verabschiedet - bis zum nächsten Jahr, wenn er den neuen Inhaber des Yachthafens treffen wird. (Quelle: Trierischer Volksfreund - Hans-Peter Linz)

Erinnern, niemals vergessen


Schüler und Bürger gedenken in einer Veranstaltung vier im Oktober 1941 deportieren Mitgliedern der Synagogengemeinde Neumagen.

 Es ist still in der Kapelle in Neumagen-Dhron. Vier Schulklassen und viele Bürger aus dem Ort gedenken in einer Schweigeminute den im Oktober 1941 mit dem Deportationszug „Da 3“ von Luxemburg ins Ghetto Litzmannstadt deportierten jüdischen Bürger der Synagogengemeinde Neumagen.

Zuvor hatten Schülerinnen kurze Texte zur Erinnerung und zum Leben von Emilia und Klara Hirsch sowie von  Alwine und Rosa Leib in der Kapelle vorgetragen, nachdem die Neunt- und Zehntklässler der Friedrich-Spee-Realschule plus Kerzen angezündet hatten.

Lea Alt, Isabelle Klos, Charlotte Pitchfort, Valerie Kalnitzskiy, Jule Wiecher und Anna Fortiu haben bereits im vergangenen Jahr als Anne-Frank-Peer-Guides Jugendliche durch die Ausstellung über die in der NS-Zeit verfolgte Jüdin in Hetzerath geführt. „Wir haben in Hetzerath viel gelernt“, sagen die Zehntklässlerinnen begeistert.

„Ende Oktober dürfen sie für vier Tage nach Berlin, um sich zu Anne-Frank-Botschaftern weiterzubilden“, erzählt Christiane Brinkert, die als Lehrerin unter anderem eine große Projektreihe zur Jüdischen Gemeinde in Neumagen organisierte und auch am Mittwoch an der Organisation beteiligt war.

„Und sie werden in der kommenden Woche in der Trierer Synagoge bei der Preisverleihung teilnehmen“, sagt Brinkert. Am 24. Oktober wird die Schule den Kreuzer-Voremberg Preis der Trierer Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit erhalten. Die Schüler der Friedrich-Spee-Realschule plus waren zuvor um 12 Uhr, vermutlich genau um die Zeit, als am 16. Oktober 1941 auch die vier Juden aus Neumagen abgeholt wurden, von der Krebsgasse, wo die jüdische Familie Hirsch wohnte,  mit Kerzen und vier symbolischen Koffern zur Kapelle gegangen.

René Richtscheid vom Emil-Frank-Institut in Wittlich und Willi Herres vom Arbeitskreis „Jüdisches Leben in Neumagen“ hatten in der Krebsgasse einige einleitende Worte zur Geschichte der Jüdischen Gemeinde im Ort gesprochen.

Wegen der Vorkommnisse in Halle in der vergangenen Woche wurde der Gedenkmarsch und die Gedenkaktion in der Kapelle von der Polizei begleitet. (Quelle: Trierischer Volksfreund)

Freifahrten mit dem Weinschiff am Trffnertag der Sendung mit der Maus


Am Donnerstag, den 3. Oktober, ermöglichte die Gemeinde Neumagen-Dhron am Türöffner-Tag der „Sendung mit der Maus“ zum bereits dritten Mal insgesamt 190 Teilnehmern eine kostenlose Fahrt mit dem Römerweinschiff „Stella Noviomagi“.
Das Hauptaugenmerk lag bei dieser Veranstaltung auf den Kindern.
Begeisterte Kinder und deren Begleitpersonen hörten an Bord des Schiffes der Weinschiffbegleiterin zu, die kindgerechte, spannende Geschichten über die Römer und das Schiff zu erzählen hatte.Der Förderverein der St. Helena Grundschule Neumagen-Dhron kümmerte sich um die Bewirtung vor Ort.

 

Verwaltungsexperte und Schiedsmann: 79-jhriger Neumagen-Dhroner feiert seltenes Dienstjubilum


Edmund Anderle aus Neumagen-Dhron steht seit 1954 im Dienst des Landes Rheinland-Pfalz – erst als Verwaltungsexperte und dann als Schiedsmann.

Diese Urkunde sollte Edmund Anderle unbedingt in Ehren halten. Vielleicht wird sie noch richtig wertvoll. Ministerpräsidentin Malu Dreyer habe mitgeteilt, „der Anlass sei so ungewöhnlich, dass die Jubiläums-Zuwendungsverordnung gar keine Urkunde vorsieht“. 50 Jahre stand Edmund Anderle im Dienst der Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron. Zuletzt leitete er das Ordnungs- und Sozialamt. In dieser Zeit, die Ende November 2004 endete, war Anderle auch schon als Schiedsmann tätig. Dieses Ehrenamt bekleidet er immer noch. Und so kommt eine ungewöhnliche Ehrung zustande: 65 Jahre im Dienst des Landes Rheinland-Pfalz.

In dieser Zeit habe Anderle alle Bundeskanzler und sechs Päpste erlebt. Sein Büromaterial habe anfangs höchstens aus einer Schreibmaschine bestanden. „Und es gab nur ein Telefon für das ganze Haus“, sagt Oliver Emmer, Direktor des Amtsgerichts Bernkastel-Kues. Er überreicht dem 79-Jährigen die Urkunde. Auch Leo Wächter, hauptamtlicher Beigeordneter der VG Bernkastel-Kues, Lieselotte Fohl, Vorsitzende des Bundes Deutscher Schiedsmänner und Schiedsfrauen, Bezirksvereinigung Trier, und Roland Klingel, Büroleiter des Amtsgerichts, würdigen Anderles langes Wirken – in der Hoffnung, dass er noch möglichst lange als Schiedsmann weitermacht.

Geistig ist der Mann mehr als fit: Er weiß noch genau, dass er an einem Mittwoch, 1. September 1954, sein Amt als Lehrling bei der Gemeindeverwaltung Neumagen-Dhron antrat. 14 Jahre alt war er da. Mit dem Fahrrad sei er von Dhron nach Neumagen gefahren. Jeden Glockenschlag habe er gezählt. „Nur heim habe ich gedacht“, erzählt der 79-Jährige. Es habe etwas Zeit gebraucht, bis ihm die Arbeit gefallen habe. Damals sei die Verwaltung mittwochsnachmittags geschlossen gewesen. Dafür habe sie samstags geöffnet.

Weil seine Eltern umzogen, verbrachte Anderle einige Jahre in Haßloch (Pfalz), wo er als Beamtenanwärter eingestellt wurde. „Damals wäre ich lieber Angestellter geworden, weil es da mehr Geld gab“, erinnert er sich. Um die 200 Mark verdiente er 1960. Am 1. April 1962 kehrte er alleine nach Neumagen-Dhron zurück und bezog ein karg möbliertes Zimmer.

Fünf Bürgermeister habe er erlebt und sei mit allen klargekommen. Er habe aber auch gewusst, wie er sie zu nehmen hatte. Das Ende der VG Neumagen-Dhron und die Verschmelzung mit der VG Bernkastel-Kues am 1. Januar 2012 erlebte er nicht mehr im Amt, hat aber eine klare Meinung dazu. Der Wechsel im Zuge der Kommunalreform sei alternativlos gewesen. „Die VG Neumagen-Dhron war mit ihren vier Orten einfach zu klein. So wie es jetzt ist, ist es gut. Wir gehören hierhin“, sagt er.

In der VG Neumagen-Dhron leitete Anderle von 2004 bis 2011 auch die Volkshochschule (VHS). Nach dem Wechsel nach Bernkastel-Kues blieb er als Ansprechpartner für die Kurse im Bereich Neumagen-Dhron erhalten. Wegen der Arbeit bei der VHS und als Schiedsmann sei er auch nicht in das berühmte Loch gefallen, sagt er. Im November feiert Edmund Anderle im Kreise seiner Familie (fünf Kinder, neun Enkel) seinen 80. Geburtstag. Dann wird er bestimmt auch aus seinem Leben erzählen. Dies beherrscht er meisterhaft. (Quelle: Trierischer Volksfreund)

 

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